Wargins Weltbäume wachsen wieder am Savignyplatz

17.04.2004
Aus: Berliner Zeitung vom 17./18.04.2004, S. 21. Aktionskünstler hängt seine Galerie an die Bahnhofswand

Jugendchor aus Puschkin singt in der Regenbogenschule

31.03.2004
Rollberg-Info

Böger richtet neue Europaschulen ein

27.03.2004
Tagesspiegel
Berlin bekommt zwei neue Europaschulen

Text (genehmigt)

„Berlin bekommt zwei neue Europaschulen. Aufgrund der großen Nachfrage nach einem bilingualen deutschfranzösischen Angebot hat Bildungssenator Klaus Böger (SPD) die Anträge von der Grundschule am Arkonaplatz in Mitte und der Neuköllner Regenbogen-Grundschule genehmigt, deutsch-französische Europaschule zu werden. Sie können nach den Sommerferien zunächst je eine Vorklasse eröffnen, für die es nach den Osterferien Anmeldetermine geben soll.

Forciert wurde die Entscheidung Bögers durch die Bereitschaft der französischen Botschaft, zwei französische Lehrkräfte für die Europaschulen zu finanzieren. Zudem hatten binationale Familien gefordert, das Angebot auszubauen, nachdem die Plätze an den beiden vorhandenen französischen Europa-Grundschulen seit Jahren nicht ausreichen. Demgegenüber sinkt aber die Zahl der Schüler, die bereit sind, Französisch ab Klasse 3 als erste Fremdsprache oder ab Klasse 7 als zweite Fremdsprache zu wählen. Auch deshalb hat die französische Botschaft darauf gedrungen, die große Nachfrage nach den Europaschulen nicht unbeantwortet zu lassen. sve“

Im Riesengebirge Steine aus dem Weg geräumt

15.02.2002

Tagesspiegel

Text (genehmigt)

„Mit Händen, Füßen und mit Pinsel und Farbe haben sie sich kennen gelernt: Kinder aus Neukölln, Cottbus und Tschechien. Ihr Kunstprojekt im Riesengebirge wurde gestern als eine von 17 deutschlandweiten West-Ost-Schulpartnerschaften vom Bundespräsidenten ausgezeichnet. Johannes Rau, Schirmherr des Wettbewerbs „Gemeinsam handeln, voneinander lernen, zusammenwachsen“ zeigte sich im Schloss Bellevue, wo 100 Schüler und ihre Lehrer die Projekte vorstellten, „beeindruckt von der Vielfalt und vom Erfindungsreichtum“, mit dem die Kinder aufeinander zugegangen sind.

Im Sommer 2001 reisten Schüler der Regenbogen-Grundschule aus der Morusstraße gemeinsam mit ihrer Cottbuser Partnerschule ins Riesengebirge.

Im tschechischen Ferienort Mlade Buky erkundeten sie mit Kindern der dortigen Grundschule die Landschaft. „Wir haben Steine angemalt, aus Pappmaché nachgebaut und die Oberfläche von Felsen abgepaust“, erzählten strahlend die 11-jährigen Anna-Lena und Pepita. Spaß hat es auch gemacht, mit den Tschechen deren Schulbushaltestelle bunt anzumalen. Und was hatte das alles mit dem Austausch-Thema „Wir sind Ausländer – fast überall“ zu tun? Die Mädchen sind ratlos, ihre Lehrerin antwortet: Wer gemeinsam malt, kennt bald keine Sprachbarrieren mehr. Die Ost-West-Schulpartnerschaften werden seit zehn Jahren von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gefördert. Anträge können jederzeit gestellt werden.“

Vielfältige Aktivitäten zur Bekämpfung des IT-Fachkräftemangels in Berlin

18.12.2000

Info

…Dass diese Initiativen greifen, zeigen auch die Helmholtz-Oberschule (Gesamtschule) Neukölln, die den 1. Preis im bundesweiten Schülerwettbewerb „Join Multimedia“ gewonnen hat, und die mehr als 20 Berliner Schulen im „Netzwerk Innovativer Schulen“ der Bertelsmann Stiftung. Davon sind 2 als „innovative Schule“ ausgezeichnet worden: die Freiligrath-Oberschule (Hauptschule) in Kreuzberg und die Regenbogen- Grundschule in Neukölln. …

Kunst kontra Kiez

13.10.2000
Die Woche S.34 – Wie die Regenbogenschule in Berlin Kinder in einem Problemviertel vor dem Abrutschen bewahrt

Bild

Info: Die Woche war eine 1993 von der Ganske-Verlagsgruppe gegründete Wochenzeitung, die am 6. März 2002 wieder eingestellt wurde. …Daher ein Bild von diesem Artikel

Kunst kontra Kiez Wie die Regenbogen-Grundschule in Berlin Kinder in einem Problemviertel vor dem Abrutschen bewahrt

Es ist verrufen, das Neuköllner Rollberg-Viertel, die Problemzone Berlins. In Beton gegossene soziale Wohnungsbauten übelster Art. Randale, Gangs, Jugendgewalt, machtlose Sozialarbeiter. Begehrte Spielzeuge Gewaltbereiter sind Baseballschläger, Wurfsterne, Messer. Jeder vierte Jugendliche hat Angst bedroht zu werden, will der Stadtrat in einer Umfrage herausgefunden haben. Ein Drittel im Kiez sind Sozialhilfeempfänger, der Ausländeranteil liegt bei 50 Prozent. Die Atmosphäre zwischen Karl-Marx-Straße und Hermannplatz ist aufgeraut – kein Tag, an dem es nicht kracht zwischen sozial Angepassten und weniger Angepassten. In regelmäßigem Rhythmus schreibt der Hamburger „Spiegel“ von der „Berliner Bronx“.

Aber hier, mittendrin, klingt alles ganz anders. „Es ist schön, es gibt nicht so viel Streit und ist viel friedlicher als mittags auf dem Spielplatz“, sagt Amela Alimanowic. Die Zehnjährige besucht die vierte Klasse der Regenbogen-Grundschule. Hier ist die Bronx weit weg, und es geht um Kreativität, Schöngeistiges, Toleranz: Die Schule setzt auf Kunst als Gegenmittel. Es wirke, sagt die Schulleiterin Heidrun Böhmer: „Zerstörungen und Graffiti gibt es hier nicht, und Raufereien nur selten.
Kaum zu glauben, bei 600 Kindern aus 35 Nationen, die hier die 1. bis 6. Klasse besuchen. Aber Michael Wendt, Bezirksstadtrat für Bildung und Kultur, ist fast noch begeisterter als die Schulleiterin: „Besonders auffällig an dieser Schule ist die Fröhlichkeit, die sie ausstrahlt.“

Dabei ist die Ausgangssituation der Regenbogen-Grundschule genauso kritisch wie die der 36 anderen Grundschulen in dem schwierigen Stadtteil. „Emotional, sozial und intellektuell vernachlässigte Kinder sind die Regel“, sagt Böhmer. Eine althergebrachte Schule, erkannte die Pädagogin vor zehn Jahren, kommt gegen so etwas nicht an. Das Kollegium suchte nach einer Möglichkeit, die Kleinen irgendwie zu motivieren, sie überhaupt erst gruppen- und sprechfähig zu machen. „Der Weg konnte nur über ein nicht-sprachliches Modell laufen, da die Hälfte der Schüler aus dem Ausland kommt und kaum Deutsch spricht“, erinnert sich Böhmer.

Die Lehrer kamen auf Kunst. Kunst sollte der Schlüssel sein, die Kinder lernfähig machen.
Ein Bild zu malen bindet alle Konzentration – die in Mathe rasch flöten geht. Beim Modellieren von Tonfiguren kommt es nicht darauf an, grammatikalisch korrekt und besonders gescheit daherzureden. Wer collagiert, muss nicht die Hauptstädte der Welt nennen können. Und doch müssen beim Ausschneiden am Lineal Zentimeter abgezählt werden, kommen die Kleinen wie von selbst begeistert ins Plappern über ihr neues Werk oder schreiben ein paar Zeilen zu den Gedanken, die sie beim Malen hatten. Das fällt allen leicht.

Auch wenn die vorgeschriebene Stundentafel wie an allen anderen Schulen erfüllt wird und auf dem Lehrplan nur eine Doppelstunde Kunst in der Woche steht – die Lehrer verfolgen, soweit möglich, in anderen Fächern ebenfalls einen künstlerischen Ansatz. „Wir Fachlehrer versuchen uns thematisch abzu-
stimmen und zu vernetzen, so dass sich etwa in Sachkunde, Biologie und Deutsch ein Thema auch mit Hilfe von Kunst erschließt“, sagt Kunstlehrerin Corinna Sydow. Steht in Sachkunde Afrika auf dem Programm, sind in Bio wilde Tiere ein Thema, und in Kunst nehmen die dann in Pappmach� Gestalt an. Das Besondere: Zwei Lehrer unterrichten eine Klasse (mit 22 bis 29 Schülern), was die Arbeit mit aufwendigen Techniken, ungewöhnlichen Materialien und in wechselnden Gruppenkonstellationen möglich macht. Gut ausgestattete Werkräume und Ateliers mit Staffeleien schaffen den Raum dafür. „Der Part-
nerunterricht bringt mehr Aktionsmöglichkeiten. Gerade auch außerschulisch, wenn wir rausgehen, Ausstellungen besuchen, Kunstaktionen machen oder im Park malen“, sagt Jutta Enke. Sie unterrichtet gemeinsam mit Corinna Sydow die 4c in Kunst. Ein Luxus. Zumal in Berlin, bekannt für seine extrem klamme öffentliche Kasse. Doppelunterricht tut im Haushalt richtig weh – und dem Unterricht richtig gut.

Zusätzlich gibt es Arbeitsgemeinschaften, Projekte und Begabtenförderung. Der Weg der Neuköllner Schule dahin war ein einziges Feilschen um Planstellen. Nachdem die Schule vor vier Jahren mit dem „Sonderpreis Innovative Schulen“ der Bertelsmann-Stiftung ausgezeichnet worden war, klappte es auch mit dem Landesschulamt. Aus den anfangs zwölf Lehrern sind 42 geworden, die Hälfte von ihnen hat Kunst studiert. Das Rezept ist im Grunde ganz einfach. „Wir sind ein Schonraum“, sagt die Pädagogin Böhmer. Ein Schonraum, der Kreativität und Selbstbewusstsein fördert. Einer, in dem es sich nicht beweisen muss, wer besser rechnet oder schreibt oder der Stärkste ist. Jedes Kind kann etwas – kreativ sein. Das steigert das Selbstwertgefühl und mindert den Bedarf an aggressiver Selbstbehauptung. Wer in Mathe Schwierigkeiten hat, kann beim Malen und Basteln Anerkennung erhalten – das macht stark, ohne zerstören oder prügeln zu müssen. Ganz gleich in welchem Fach: Was zählt, ist Selbermachen.

Auch als die Kinder mitbestimmen konnten, wie ihr Schulhof aussehen sollte, und der Bewegungs-Parcours im Schulhof angelegt wurde: Klettergerüste, Hängebrücke, Fühlwald, Gruselhaus und Labyrinth entstanden nach den Vorstellungen der Kinder und, soweit möglich, durch ihre Mithilfe. Sie fuhren sogar in den Grunewald zum Holzsammeln. Logisch, dass die Mission weniger eine handwerkliche als eine künstlerische war.

Unterstützung kommt auch von freischaffenden Künstlern. Wie wandelnde Ateliers bringen sie ihre wundersame Welt in die sonst so klar strukturierte Schule. Auch nach der sechsten Stun-
de. Wer will, kann nachmittags weiterwerkeln, statt sich zu Hause vor die Glotze zu hängen. Die Kinder besuchen zeitgenössische Ausstellungen und Objekte in der Stadt. Ganz nebenbei werden die Augen für andere Sichtweisen geöffnet, wird Toleranz eingeübt, statt fertige Lösungen zu lehren.

Wenn die Klasse 4c Schattenbilder ausschneidet und Justines Schattenbild so ganz anders als das von Banknachbarin Ricarda aussieht, die auch noch etwas ganz anderes hineininterpretiert, finden das beide okay. Rechthaben gibt’s nicht, Streiten, wer Recht hat, schon gar nicht. Besucht Schulleiterin Böhmer mit ihrer lasse eine Ausstellung moderner Kunst, ist sie immer wieder begeistert: „Die haben einen unverbauten, natürlichen Zugang. Niemand, der von Kleckserei sprechen würde.“ Grundfalsch wäre es, dabei die Kunst als Schlaffi-Fach abzutun, bei dem es auf Leistung nicht ankomme, warnt Lehrerin Enke. „Die Kinder leisten intellektuell eine Menge, gerade was das Abstraktionsvermögen angeht.“An der Schule werden die Sinne geschärft. Es funktioniert: „Im Vergleich zu anderen Schulen im Kiez, wo das Aggressions-Potenzial ungeheuer groß ist, ist hier auch in den 5. und 6. Klassen diszipliniertes Arbeiten möglich. Und in den Pausen sprechen und spielen die Kinder miteinander, statt aufeinander einzuschlagen“, ist Pädagogin Böhmers freudiges Fazit.

Eltern und Bezirksvertreter schätzen die Schule als Konfliktbremse. Der Bezirk schießt Sondermittel zu. Die Stadträte wissen, dass die Schule hilft, den Kiez vor dem Abrutschen zu bewahren, dass sie Familien hält, die sonst längst in andere Viertel abgewandert wären.

„Wir arbeiten gegen die Verslummung des Rollberg-Viertels“, sagt auch Böhmer selbstbewusst. Das hat selbst die Wohnungsbaugesellschaft, Herrin über Kahlschlagsanierungs-Betonkästen, mitbekommen. Dort, hat Sozialarbeiter Peter Boltz festgestellt, gibt es ein „erstaunliches Phänomen“: Deutsche Familien bewerben sich um einen Platz in einer 70er-Jahre-Betonburg – nur um ihre Kinder auf die Regenbogen-Grundschule schicken zu können. „Manche organisieren sogar Scheinumzüge, was zeigt, welch hervorragenden Ruf die Schule hat.“

Gerade hat Boltz mit der Schule eine Aktion zur Bemalung der Betonbauten-Fassaden gestartet: „Vor einigen Jahren war es schwer, überhaupt jemanden dazu zu bringen, mitzumachen und kreativ zu sein – das ging jetzt ganz schnell.“ Das Kalkül: „An den Kindern hängen Eltern, Verwandte, Freunde, die sich mit der Aktion identifizieren und darauf achten, dass nicht randaliert wird.“
So werden einige Menschen vielleicht sogar ein bisschen stolz auf ihren verrufenen Rollberg. Die zehnjährige Janine Spallek triebe es ihren Eltern schon aus, wenn sie weg von hier ziehen wollten: „Ich würde nicht auf eine andere Schule gehen.“ Basta. Chris Löwer

Natur in der Wanne als Kunst

13.05.2000
Neues Deutschland 13.05.2000

Bericht

Natur in der Wanne als Kunst

Schülerinnen der Klasse 6d der Neuköllner Regenbogen – Grundschule beim Pflanzen. Zum Frühlingsanfang eröffnete der Aktionskünstler Ben Wagin am Freitag den von ihm gestalteten „Anhalter Garten“ an der Möckernstraße 26 in Kreuzberg. Dabei veranstaltete er mit der Schule, zu der er seit 1993 Beziehungen unterhält, eine „Natur-Kunst-Aktion“.

Eine Straßenbahn für die Regenbogen-Schule

24.12.1998
neukoellner_abendblatt_24.12.1998.pdf (197 KB)

Eine Straßenbahn für die Regenbogen-Schule

23.12.1998

neukoellner__23.12.1998.pdf (216 KB)

Bild

Das verrückteste Weihnachtsgeschenk Neuköllns erhielt die Regenbogen-Grundschule

23.12.1998

berliner_abendblatt_23.12.1998.pdf (241 KB)

Letzte Fahrt einer alten Straßenbahn

20.12.1998

unbekannte_zeitung_12.1998.pdf (160 KB)

Straßenbahn als rollendes Klassenzimmer

19.12.1998

tagesspiegel_12.1998.pdf (223 KB)

Bild

Auf dem Hof steht ein Klassenzimmer auf Rädern

19.12.1998

Berliner Zeitung 19./20.12.1998

Ansteckende Gesundheit

31.12.1996

https://www.das-macht-schule.net/

 

Inhalt

Seit vier Jahren wird am Netzwerk innovativer Schulen geknüpft. Ein teilnehmender Beobachter

Beim Carl Bertelsmann Preis sollten Sonderpreise auch an Schulen in Deutschland gehen. Der Preis wird ja jedes Jahr an eine Innovation außerhalb von Deutschland vergeben. Überraschend war, wie viele Schulen sich bewarben oder nominiert wurden. Die Zahl der Sonderpreise wurde mehrfach erhöht, schließlich wurden sieben Schulen prämiert. Das war bereits der Anfang für ein Netzwerk innovativer Schule, lange bevor es gegründet wurde.

Auch hier traten Schulindividuen in Erscheinung. Zum Beispiel die Regenbogen Grundschule in Berlin Neukölln.

Regenbogen-Schule erhält Sonderpreis

13.09.1996

Bertelsmann würdigt Modell-Einrichtungen / Kreativität und Phantasie gefördert

(Link zum Artikel existiert nicht mehr)